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Start der Fortsetzungsphase beim Fachinformationsdienst Musikwissenschaft

Im Januar 2017 startete die 2. Phase des Projektes „Fachinformationsdienst Musikwissenschaft“ (FID Musikwissenschaft).  In dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit ca. 1,5 Mio. € geförderten dreijährigen Projekt stellen die Bayerische Staatsbibliothek in München und die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden Informationsserviceangebote für die musikwissenschaftliche Spitzenforschung deutschlandweit bereit.

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Jahr 2013 aufgelegte Förderprogramm „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“ ist eine Weiterentwicklung des DFG-geförderten Systems der Sondersammelgebiete, die mit dem neuen Förderprogramm abgelöst wurden. Von 1949 bis 2013 war die Bayerische Staatsbibliothek für das Sondersammelgebiet Musikwissenschaft zuständig und erhielt von der DFG finanzielle Unterstützung bei der Erwerbung von Notendrucken und von Literatur über Musik. Seit dem Jahr 2005 wurde die SSG-Förderung ergänzt um die Förderung zum Aufbau der Virtuellen Fachbibliothek Musikwissenschaft (www.vifamusik.de), einem zentralen Informationsportal für die Musikwissenschaft mit weitreichendem Zugang zu qualitätsgeprüften Fachinformationen.

In der ersten Förderphase des Fachinformationsdienstes Musikwissenschaft von 2014 bis 2016 hat die Bayerische Staatsbibliothek mit den von der DFG bewilligten Mitteln den Bestandsaufbau für das Fach Musikwissenschaft bei konventionellen Medien und bei elektronischen Medien verstärkt und die Module der ViFaMusik weiter entwickelt. Von Anfang 2017 bis Ende 2019 werden in der zweiten Förderphase des FID Musikwissenschaft die Bayerische Staatsbibliothek und die SLUB Dresden nun gemeinsam die schon vorhandenen Angebote des FID Musikwissenschaft weiter ausbauen und neue Services hinzufügen. Im Einzelnen sind folgende Arbeitspakete geplant:

  • Die DFG stellt weitere Erwerbungsmittel zur Verfügung, so dass an der BSB verstärkt Notendrucke, Musikliteratur und Musikzeitschriften für den musikwissenschaftlichen Spitzenbedarf erworben werden können.
  • Die Lizenzierung von E-Medien wird fortgesetzt und weiter ausgebaut. Bisher wurden von der BSB FID-Lizenzen für sechs Datenbanken bzw. digitale Kollektionen für die musikwissenschaftliche Fach-Community in Deutschland bereitgestellt, siehe http://musik.fid-lizenzen.de.
  • Die SLUB Dresden wird das Angebot an open access bereitgestellter Literatur erweitern und hierfür ein musikwissenschaftliches Fach-Repositorium aufbauen.
  • An der BSB ist die deutsche Arbeitsstelle des Répertoire International d’Iconographie Musicale (RIdIM) angesiedelt. Die RIdIM-Datenbank wird erweitert und die Suchoberfläche auf der RIdIM-Website verbessert.
  • Die Datenbank des Répertoire International des Sources Musicales (RISM)wird zu einem zentralen Nachweisinstrument für Musikdrucke des 16.-18. Jahrhunderts ausgebaut. Hierzu gehört auch die entsprechende Anpassung der RISM-Suchoberfläche, die über den RISM-OPAC aufrufbar ist (https://opac.rism.info).
  • An der SLUB Dresden wird ein zentrales Rechercheinstrument für Music Performance Ephemera (Konzertprogramme) aufgebaut.
  • Die Webseiten der ViFaMusik erhalten einen Relaunch; außerdem werden weitere Datenquellen in die ViFaMusik-Suche eingebunden, um sie zu einem Europäischen Musikkatalog auszubauen.
  • Musikwissenschaftlich relevante Internetressourcen werden katalogisiert und dauerhaft über das am Bibliotheksverbund Bayern betriebene Langzeitarchivierungssystem Rosetta gesichert.
  • Analog zu dem Einsatz von OCR-Programmen bei digitalisierten Texten soll in einem Prototyp der Einsatz von Optical Music Recognition (OMR) bei digitalisierten Notendrucken getestet werden. Die so generierten OMR-Daten werden frei zur Verfügung gestellt und in der BSB für Anwendungsszenarien genutzt, z.B. für eine Melodiesuche in dem digitalisierten Notenbestand.

Für den Austausch mit der Fachcommunity wurde beim FID Musikwissenschaft ein Beirat eingerichtet, dem 13 Personen aus einschlägigen Institutionen und Verbänden angehören.

Um die neuen Angebote des FID Musikwissenschaft bei den potentiellen Nutzern bekannt zu machen, sind neben Tagungsvorträgen und Zeitschriftenbeiträgen auch Road-Shows geplant, bei denen die Projektpartner in musikwissenschaftlichen Instituten über die FID-Angebote berichten.

 

Ansprechpartner:

Jürgen Diet

Bayerische Staatsbibliothek

Musikabteilung

Ludwigstr. 16, 80539 München

Tel. 089/28638-2768

email: juergen.diet(at)bsb-muenchen.de

 

Dr. Barbara Wiermann

Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

Musikabteilung

Zellescher Weg 18

01069 Dresden

Tel. 0351/4677-561

email: barbara.wiermann(at)slub-dresden.de